Bava Kamma 14

Kapitel 14

א אפילו פורתא נמי לא ליספו ליה
1 weil er um Geld ein- und ausgeht, so sollte man ihm nichts geben.
ב ואמר מר עלה לא צריכא דביומי ניסן יקרא ארעתא וביומי תשרי זל ארעתא
2 Und der Meister erklärte, hier werde von dem Falle gesprochen, wenn Grundbesitz im Nisan teuer ist und im Tišri im Preise sinkt.
ג דכ"ע נטרי עד ניסן ומזבני והאי הואיל ואצטריכא ליה זוזי זבין כדהשתא עד פלגא אורחיה למיזל טפי לאו אורחיה למיזל
3 Jeder andere wartet mit dem Verkaufe bis Nisan, dieser aber muß, da er Geld braucht, zum jetzigen Preise verkaufen; bis zur Hälfte pflegt der Preis zu sinken, mehr aber nicht.
ד והכא נמי גבי נזקין דיניה בעידית
4 Ebenso auch hier bei der Entschädigung. Nach dem Gesetze hat er Gutes zu beanspruchen, wenn er aber [vom Schädiger] ein größeres Quantum Mittelmäßiges verlangt,
ה ואי א"ל איהו הב לי בינונית טפי פורתא א"ל אי שקלת כדינך שקול כדהשתא ואי לא שקיל כיוקרא דלקמיה
5 so kann dieser ihm erwidern: nimmst du von dem, was dir zukommt, so erhältst du es zum gegenwärtigen Werte, wenn aber von anderem, dann nur zum später steigenden Werte.
ו מתקיף לה רב אחא בר יעקב א"כ הורעת כחן של נזקין אצל בינונית וזיבורית דרחמנא אמר ממיטב ואת אמרת מבינונית וזיבורית נמי לא
6 R. Aḥa b. Ja͑qob wandte ein: Demnach hast du ja die Geschädigten hinsichtlich des Mittelmäßigen und Schlechten benachteiligt: der Allbarmherzige sagt, er erhalte vom Guten, und du sagst, daß er nicht einmal vom Mittelmäßigen und vom Schlechten erhalte!?
ז אלא אמר רב אחא בר יעקב אי איכא לדמויי לב"ח מדמינן ליה בעל חוב דיניה בבינונית ואי א"ל הב לי זיבורית טפי פורתא א"ל אי שקלת כדינך שקול כדהשתא ואי לא שקיל כי יוקרא דלקמיה
7 Vielmehr, sagte R. Aḥa b. Ja͑qob, ist dies, wenn man vergleichen will, mit einem Gläubiger zu vergleichen: der Gläubiger hat nach dem Gesetze Mittelmäßiges zu beanspruchen, wenn er aber [vom Schuldner] ein größeres Quantum Schlechtes verlangt, so kann dieser zu ihm sagen: nimmst du von dem, was dir gesetzlich zukommt, so erhältst du es zum gegenwärtigen Werte, wenn aber von anderem, dann nur zum später steigenden Werte.
ח מתקיף לה רב אחא בריה דרב איקא א"כ נעלת דלת בפני לוין דא"ל אילו הוו לי זוזי הוה שקלי כדהשתא השתא דזוזי גבך אשקול כיוקרא דלקמיה
8 R. Aḥa, Sohn des R. Iqa, wandte ein: Demnach hast du ja vor den Geldbedürftigen die Tür abgeschlossen; jener könnte zu ihm sagen: Wenn ich das Geld hätte, würde ich [das Grundstück] zum jetzigen Werte erhalten haben, jetzt aber, wo du das Geld hast, muß ich es zum höheren Werte von später nehmen!?
ט אלא אמר רב אחא בריה דרב איקא אי איכא לדמויי לכתובת אשה מדמינן דהא כתובת אשה דינה בזיבורית ואי אמרה ליה איהי הב לי בינונית בציר פורתא אמר לה אי שקלת כדינך שקול כדהשתא ואי לא שקלי כיוקרא דלקמיה
9 Vielmehr, sagte R. Aḥa, Sohn des R. Iqa, ist es, wenn man vergleichen will, mit der Morgengabe der Frau zu vergleichen: nach dem Gesetze erhält die Frau ihre Morgengabe vom Schlechten, wenn sie aber von ihm ein kleineres Quantum Mittelmäßiges verlangt, so kann er ihr erwidern: nimmst du von dem, was dir zukommt, so erhältst du es zum jetzigen Werte, wenn aber von anderem, dann nur zum später steigenden Werte. —
י מכל מקום קשיא
10 Immerhin bleibt ja der Widerspruch bestehen!?
יא אמר רבא כל דיהיב ליה ממיטב ליתיב ליה
11 Raba erwiderte: Was er ihm auch gibt, muß vom besten sein. —
יב והא מיטב שדהו כתיב
12 Es heißt ja aber: <i>das beste seines Feldes</i>!?
יג אלא כי אתא רב פפא ורב הונא בריה דרב יהושע מבי רב פרשוה כל מילי מיטב הוא דאי לא מזדבן הכא מזדבן במתא אחריתי לבר מארעא דליתיב ליה ממיטב כי היכי דלקפוץ עלה זבינא:
13 Vielmehr, als R. Papa und R. Hona, Sohn des R. Jehošua͑, aus dem Lehrhause kamen, erklärten sie es: Jede Sache gilt als bestes, denn wenn sie hier nicht verkauft wird, wird sie in einer anderen Stadt verkauft, ausgenommen Grundbesitz; davon muß er ihm vom besten geben, damit Käufer sich darum bewerben.
יד בעא מיניה רב שמואל בר אבא מאקרוניא מרבי אבא כשהן שמין בשלו הן שמין או בשל עולם הן שמין
14 R. Šemuél b. Abba aus Aqronja fragte R. Abba: Richtet man sich bei der Schätzung nach seinem [Ackerlande] oder nach dem der ganzen Welt?
טו אליבא דרבי ישמעאל לא תבעי לך דאמר בדניזק שיימינן
15 Nach R. Jišma͑él ist dies nicht fraglich, denn er sagt, man schätze [das Ackerland] des Geschädigten,
טז כי תבעי לך אליבא דרבי עקיבא דאמר בדמזיק שיימינן
16 fraglich ist es nur nach R. A͑qiba, welcher sagt, man schätze das des Schädigers:
יז מאי מיטב שדהו אמר רחמנא למעוטי דניזק או דלמא למעוטי דעלמא נמי
17 wollte der Allbarmherzige mit [den Worten:] <i>das beste seines Feldes</i>, nur das des Geschädigten ausschließen, oder auch das der ganzen Welt?
יח אמר ליה רחמנא אמר מיטב שדהו ואת אמרת בשל עולם הן שמין
18 Dieser erwiderte ihm: Der Allbarmherzige sagt: <i>das beste seines Feldes</i>, und du willst sagen, daß man sich bei der Schätzung nach dem der ganzen Welt richte.
יט איתיביה אין לו אלא עידית כולם גובין מן העידית בינונית כולם גובין בינונית זיבורית כולם גובין זיבורית
19 Er wandte gegen ihn ein: Hat er nur Gutes, so erhalten alle ihre Forderungen vom Guten, wenn Mittelmäßiges, so erhalten alle ihre Forderungen vom Mittelmäßigen, wenn Schlechtes, so erhalten alle ihre Forderungen vom Schlechten.
כ היו לו עידית ובינונית וזיבורית נזקין בעידית ובעל חוב בבינונית וכתובת אשה בזיבורית עידית ובינונית נזקין בעידית ב"ח וכתובת אשה בבינונית בינונית וזיבורית נזקין ובעל חוב בבינונית וכתובת אשה בזיבורית
20 Hat er Gutes, Mittelmäßiges und Schlechtes, so erhält der Geschädigte seine Forderung vom Guten, der Gläubiger vom Mittelmäßigen und die Frau ihre Morgengabe vom Schlechten. Hat er Gutes und Mittelmäßiges, so erhält der Geschädigte vom Guten, und der Gläubiger und die Frau ihre Morgengabe vom Mittelmäßigen. Hat er Mittelmäßiges und Schlechtes, so erhalten der Geschädigte und der Gläubiger vom Mittelmäßigen und die Frau ihre Morgengabe vom Schlechten.